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Superdünger: Brennesseljauche

Brennessel

Brennessel, © Laurent Lange 2018

Viele von uns kennen Sie von schmerzhaften Erfahrungen aus der Kindheit. Es juckt und wir kratzen und kratzen uns. Kein zweites Mal lassen wir uns von „diesen blöden Pflanzen“ erwischen, schwören wir uns – und machen einen riesen Bogen um sie.

Doch die Brennnessel ist nicht nur ein stechendes Unkraut, dem wir nicht mehr begegnen wollen. In ihr steckt viel mehr. Sie ist unter anderem ein Heilmittel, wird bei manchen gespeist und ist auch ein guter Dünger. Brennnesseljauche- und Auszug für deinen Garten herzustellen ist ein schlauer Entscheid. Schauen wir uns also die Anwendungsmöglichkeiten der Brennnessel näher an.

Ein Mittel gegen Milben, Blattläuse und sonstiges Ungeziefer

Vor Jahren diskutierte ich mal mit einem Bekannten über ein wirksames Mittel gegen Milben. Er sagte: „Brennnesseln“– und war so überzeugend, dass ich es selbst ausprobieren wollte. Ich machte mich an die Arbeit und stellte Brennnessel-Auszug her. Nach einem Tag sprühte ich ihn auf die Blätter einer bereits von Milben befallenen Pflanze. Schon nach zwei Tagen war das weisse, gelbliche Milben-Zeug verschwunden und die Blätter grün und kräftiger denn je. Ich brauchte für die Wirkung der Brennnessel keine weiteren Beweise.

Warten, bis eine Pflanze von Ungeziefer befallen wird, musst du nicht. Pflanzenblätter präventiv mit Brennnesselauszug zu besprühen minimiert das Risiko eines Besuchs von Milben und Co deutlich.

Ein starker Dünger

Brennnessel-Dünger ist für alle Arten von Pflanzen geeignet. Er ist unter Gärtnern ein beliebter und bewährter Dünger. Die reine Brennnesseljauche wird für starke und grosse Pflanzen verwendet. Für kleinere Pflanzen und Setzlinge solltest du sie verdünnen im Verhältnis ist 1:20. Viel mehr gibt es dazu nicht mehr zu erzählen. Einfacher geht es kaum.

Brennnesseljauche herstellen

Was du benötigst:

– Ein paar Handschuhe
– Schere oder Messer
– Ein Kilogramm frische Brennnessel
– 10 Liter Regenwasser
– Ein Eimer (kein Metalleimer)
– Eventuell Steinmehl (wirkt gegen den Geruch)
– Ein Gitter

Von den Brennnesseln die Blüten entfernen. Die Brennnesseln zerkleinern (je nachdem, wie gross dein Eimer ist). Mit Wasser auffüllen. Ein Gitter auf dem Eimer setzen, damit keine Tiere, Blätter etc. hineinfallen. Jeden zweiten Tag umrühren, bis der Gärungsprozess zustande kommt – das dauert etwaz zwei bis drei Wochen. Deine Brennnesseljauche ist fertig, wenn es an der Oberfläche nicht mehr schäumt. Danach filtrieren – und dein Dünger ist bereit zum Anwendung.

Brennesseljauche herstellen

Brennesseljauche herstellen

 Zur Aufbewahrung:

Ideal ist ein Kanister, der ein bisschen Luft einlässt. Die Dauer der Haltbarkeit ist relativ, aber die Garten-Saison sollte die Brennnesseljauche so überstehen.

Dieses Video zeigt dir, wie du deine eigene Brennnesseljauche herstellen kannst

Übrigens:

In Frankreich gibt es seit 2002 ein Zulassungsverbot von Brennnesseljauche durch den Verbraucherschutz. Der Grund:„kein Beweis für die Unschädlichkeit für die Umwelt“. Wenn man bedenkt, dass etwa Insektengift im Verkauf angeboten wird, grenzt dieses Zulassungsverbot an Unsinn. Die Brennnesseljauche wurde bei Gärtnern und Bauern von Generation zu Generation weitergegeben und hat sich mit hervorragend Resultat etabliert. Wir können uns nur fragen: Wer profitiert von solch einem Verbot?

Zum Thema Brennnessel gibt es hier eine interessante Doku: Die Brennessel – Geheimnisvolle Pflanzen – Doku

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