Die Permakultur im Nachhaltigkeitszeitalter

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Die Permakultur im Nachhaltigkeitszeitalter

Eingang eines COOP-Ladens in Zürich

Eingang eines COOP-Ladens in Zürich, 2018 © Laurent Lange

Vor ein paar Jahren ist mir beim Einkaufen aufgefallen, dass das Wort „Nachhaltigkeit“ allgegenwärtig ist. Die zwei grossen Lebensmittelkonzerne in der Schweiz, Coop und Migros, haben sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Der Trend hat bis heute kein bisschen nachgelassen. Mit Slogans wie „Der Umwelt zuliebe“ oder „Taten statt Worten“ wird in den Supermärkten an das Verantwortungsbewusstsein der Kunden appelliert. Die Marketingstrategie mit dem schlechten Gewissen geht auf. Und gleichzeitig stärkt sie tatsächlich das Bewusstsein der Menschen – wollen wir ja auch hoffen!

Dieser nicht mehr so neue Absatzmarkt boomt. Gerichtet ist er vorwiegend auf die lokalen und regionalen Produzenten. Grosskonzerne setzen kaum auf Nachhaltigkeit. Sie folgen dem Gesetzt von Angebot und Nachfrage.

Hast du dich schon mal gefragt, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet? Über das Wort Nachhaltigkeit hatte ich damals eine vage Idee. Links und rechts hörte und sah ich es immer wieder. Da ich es nicht richtig einordnen konnte und mich das nervte, beschloss ich, mich schlau zu machen.

Was ist Nachhaltigkeit überhaupt?

Gemäss meiner Recherche im Internet scheinen sich die Forscher über die Bedeutung nicht einig zu sein. Somit forschte ich mal selber und nahm den verstaubten Duden aus dem Bücherregal heraus. Duden sagt:

1. Längere Zeit anhaltende Wirkung

2.a. (Forstwirtschaft) forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils   nachwachsen kann

   b. (Ökologie) auf Nachhaltigkeit beruhend

Und nun mein Verständnis von Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit ist, im Sinnes der Natur zu handeln, so dass kein Schaden für die Umwelt entsteht.

Dieser Satz kann man ohne Bedenken erweitern. Schauen wir uns doch mal konkreter an, wie die Marketingspezialisten uns Nachhaltigkeit übermitteln wollen.

Beispiele von Nachhaltigkeit in der Praxis

  • Herstellung im eigenen Land

Transportwege werden verkürzt, was dazu führt, dass weniger Kohlenstoffdioxid ausgestossen wird. Zudem ist Kinderarbeit in Europa weniger wahrscheinlich.

  • Umweltschutz

Das Recycling wird gefördert, also die Abfalltrennung bei der Entsorgung und die Wiederverwertung von Abfall.

Aus Altpapier wird etwa Recyclingpapier hergestellt, aus PET-Flaschen und Altglas werden wieder neue Flaschen hergestellt. Dadurch werden weniger fossile Brennstoffe gebraucht.

Das sind nur sehr wenige Beispiele von Nachhaltigkeit. Aber schon diese wenigen sind gute Marketinginstrumente, um das Kaufverhalten zu beeinflussen.

Bei Nachhaltigkeit geht es ganz konkret um Ressourcenverbrauch. Wenn Bäume oder Wasser nicht mehr vorhanden sind, haben wir alle ein Problem. Die Kunden (wenn vielleicht auch nicht alle) werden dadurch bestimmt sensibilisiert.

Wie sieht es bei der Permakultur mit Nachhaltigkeit aus?

Ein Permakulturist muss sich im Prinzip gar nicht mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Die Permakultur hat das Nachhaltigkeitskonzept verinnerlicht und setzt es bis ins kleinste Detail um. Der Permakulturist lernt, auf die Natur zu hören und sie zu beobachten. Er kennt die natürlichen Zusammenhänge und handelt dementsprechend.

Ein Permakulturist tötet keine Lebewesen, da er gelernt hat, dass in der Natur jedes Lebewesen eine wichtige Aufgabe erfüllt. Ein Permakulturist nutzt zum Beispiel auch Regenwasser, um Pflanzen zu giessen, damit weniger künstliche Bewässerung in Anspruch genommen wird. Er geht achtsam mit dem Erdboden um, verwendet keine Chemikalien. Abfälle werden wiederverwertet: Essensreste etwa wirft er nicht weg, sondern verwertet sie als Kompost. Das sind nur ein paar wenige der unzähligen Beispiele, wie ein Permakulturist Nachhaltigkeit lebt.

Schlussfolgerung

Die Permakultur ist ein vollständiges Nachhaltigkeitskonzept. Gegenüber den Lebensmittelkonzernen, die auf Nachhaltigkeit setzen, gibt es im Hintergrund keine Gelderträge zu erwirtschaften, sondern nur die eigene Ernte in Form von köstlichen Früchten und Gemüsen.

Im Nachhaltigkeitszeitalter wäre es wünschenswert, die Weisheit der Permakultur in unserer Gesellschaft zu verbreiten. Die Idee, Schrebergarten-Kolonien in den Städten zu gründen, die nur aus Permakultur bewirtschaftet würden, könnte eine ganze neue Energie in die oft umweltbelasteten Städte bringen.

Ob sich die Nachhaltigkeit in unserer Konsumgesellschaft dauerhaft entwickeln wird, weiss  ich nicht. Aber ich bin überzeugt: Das Zeitalter der Nachhaltigkeit wird, wenn auch nur indirekt, das Zeitalter der Permakultur sein.

Quellen:

„Nachhaltig“ auf Duden Online. URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/nachhaltig#Bedeutung1  [Abrufdatum: 01.03.2018]

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