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Das Bienensterben: Wirkung und Gegenwirkung

Anfang unseres Jahrhunderts wurde weltweit ein dramatischer Schwund von Honigbienen verzeichnet, Tendenz bis  heute steigend.

Von diesem kleinen Insekt hängt die Zukunft unseren Nahrungsmitteln ab. Das kleinste Nutztier auf unserem Planeten ist kaum mehr wegzudenken, so gross ist seine Bedeutung für unser Ökosystem.

Die Biene sucht sich den Nektar einer Blüte, dadurch bleiben auf der Biene Blütenpollen haften. Sie fliegt weg und sucht sich die nächste Blüte, dadurch werden die Blütenpollen von ihrem Körper auf diese nächste Blüte übertragen. Dieser Prozess wird Bestäubung genannt. Er ist eine Voraussetzung für die Fruchtbarkeit von Pflanzen.

Die Bestäubung der Bienen von Nutzpflanzen ist essentiel, um den Kreislauf der natürlichen Produktion zu erhalten. Sie ermöglicht es Nutz- und Wildpflanzen, sich zu vermehren und sie ermöglicht das Wachsen von Früchten und Gemüsen.

Konsequenz des Bienensterbens

Alarmiert durch das Bienensterben sind nicht nur die Imker. Auch für die Wirtschaft und die Konsumenten läuten die Alarmglocken und demzufolge können erhebliche Konsequenz erwartet werden. Die Erträge den Imker werden Jahr für Jahr geringer und das Angstgespenst der Arbeitslosigkeit lauert

Fliegende Biene vor einem Krokus

Fliegende Biene vor einem Krokus

Laut der Forschungsinstitut CNRS in Frankreich (CNRS; deutsch Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) werden durch Honigbienen um die 200 Milliarden Euro jährlich erwirtschaftet.

Wenn wir in naher Zukunft dieses kleine Wesen nur noch auf Fotos oder Videos sehen und ihm nicht mehr begegnen können, wird die Landwirtschaft schwere Schäden davontragen. Wenn die Wirtschaft leidet, leidet zugleich der Konsument. Ein Preisanstieg für Nahrungsmittel und ein Drittel weniger Angebot in den Supermärkten wäre die Folge.

Nicht zuletzt für medizinische Zwecke werden die Bienenprodukte wie Propolis, Bienengift und Honig verwendet. Man bezeichnet diese Medizin als „Apitherapie“. Sie zu verlieren, wäre einen grossen Verlust für die Heilmedizin und für uns alle.

Wo liegen die Ursachen?

Bestimmt fragst du dich jetzt, was hat dieses plötzliche Bienensterben ausgelöst? Fragst du einen Hersteller von Pflanzenschutzmitteln wie zum Beispiel Bayer, wird er dir antworten: „Schuld ist die Varroamilbe“. Fragst du hingegen eine Umweltschutzorganisation wie zum Beispiel Greenpeace, wird sie dir antworten:, „Schuld sind die Pflanzenschutzmittel“. Schauen wir uns anhand aktueller Erkenntnisse an, woher dieses Massensterben kommt.

1. Pflanzenschutzmittel

Für die Biene ist der Einsatz von Pestiziden der sichere Tot. Unter den Pflanzenmittel scheinen die Haupttäter die Gruppe der „Neonicotinoiden“ zu sein. Die EU-Kommission hat im Jahr 2013 eine Einschränkung der Verwendung dieses  Pflanzenschutzmittels veranlasst. Ein totales Verbot wäre eher angebracht, aber da sprechen die Hersteller auch mit.

2. Varroamilbe

Die Varroamilbe wurde in der 80er Jahre nach Europa gebracht. Damals holten Wissenschaftler asiatischen Honigbienen nach Deutschland. Mit ihnen kam ein noch unbekannte Passagier mit: die Varroamilbe. Diese Milbe, die gut mit asiatischen Honigbienen zusammenleben kann, entpuppte sich als ein wahrer „Destructor“ (Varroamilbe wird auch „Varroadestructor“ genannt) für die europäischen Honigbienen. Sie beissen die Honigbienen, saugen ihr Blut und übertragen Krankheiten.

3. Monokulturen

Die Honigbiene ernährt sich von der Vielfalt, die die Natur zu bieten hat. Durch Monokulturen werden riesige Ackerfläche mit einer einzigen Artbepflanzt. Wilde Pflanzen sind inexistent und das verursacht Blütenarmut. So verhungern die Honigbienen.

4. Massenzucht

Massenzucht gibt es auch bei den Honigbienen. Sie ist hier genauso schädlich wie für die andere Tieren. Im Namen des Profits werden Honigbienen im engeren Räumen gehalten, manipuliert und wegtransportiert. Unter diesen unnatürlichen Lebensbedingungen erleiden Honigbienen grossen Stress. Eine Schwächung des Immunsystems und eine Einladung für Parasiten sind die Konsequenz.

5. Umweltverschmutzung

Die Lebensräume für die Tiere werden immer kleiner und eine Vielfalt von Problemen entsteht. Für Honig- und Wildbienen ist nicht nur die mangelnde Ernährung bedrohlich, sondern auch der Ausstoss von Schadstoffen. Ihr kleiner Körper ist nicht resistenzfähig gegen Kohlenmonoxide, Dioxine in grösseren Massen, Luftverschmutzung durch Kraftwerke, Abgase von Autos, Wasserverschmutzung durch Rückstände von Medikament wie Antibiotika, Erdverschmutzung durch Insektizide und allerlei Gift. Die Ausrottung der Natur durch die Umweltverschmutzung und die Überbauung verkleinert die Lebensräume dieser Nutztiere beträchtlich.

Fazit:

Der Schuldige ist im ersten Linie der Mensch. Solange er gegen die Natur statt mit der Natur arbeitet, solange „Profit vor Leben gilt“, sind Bienen vom Aussterben bedroht. Dennoch: Immer mehr Stimmen erheben sich, um diesen Massaker einem Ende zu bereiten. Das Einzige, was die Bienen wollen, ist weiter ihr so wertvoller Beitrag ans Ökosystem zu leisten. Freunde der Permakultur und Permakulturisten können dem entgegenwirken, durch das Wissen, das sie besitzen,und durch ihre Gärten. Kauft nur Bio-Honig, am besten von Bio-Höfen, nie aus konventionellen Feldern. Wenn ihr einen Garten besitzt, könnt ihr ein Insektenhotel konstruieren. Es bietet Schutz für die Bienen. Danke.

Willst du ein Insektenhotel selber bauen? Dann schau dir das Video an 🙂

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