Was Permakultur mit Spiritualität und Weltfrieden zu tun hat

Grelinette Präsentation
Boden leicht und ohne Rückenbeschwerden bearbeiten: 5 Vorteile der Grelinette
23. November 2019
Rebschnitt
Rebe: Auf den Schnitt kommt es an
4. Januar 2020

Was Permakultur mit Spiritualität und Weltfrieden zu tun hat

Friedenspfahl "Möge Frieden auf Erden sein" in Iwama, Japan

Friedenspfahl "Möge Frieden auf Erden sein" in Iwama - Japan, © Laurent Lange 2019

Das Wort „Spiritualität“ bedeutet so viel wie Geist – abgeleitet vom lateinischen Wort „Spiritus“.

Wir betrachten die Spiritualität als einen Geisteszustand gegenüber dem Leben und dem Menschen. Wir verwechseln sie nicht mit Religion. Obwohl Religionen spirituelle Botschaften vermitteln, gibt es für uns einen entscheidenden Unterschied. Und zwar die freie Möglichkeit, die Welt um uns herum tiefer zu entdecken. Um den Begriff „Spiritualität“ herunterzubrechen, kann man die Spiritualität als Weg zu einem erfüllten Leben bezeichnen.

Seit eh und je sind die Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Das ist auch heute noch so. „Woher komme ich? Wohin gehe ich?“. Und vor allem: „Was mache ich hier?“ Es geht dabei natürlich nicht um deinen Tagesablauf, à la „Ich schaue fern, spiele dann Poker und kaufe mir schlussendlich was zu essen“ – sondern um die Frage, ob das, was wir tun, Sinn macht. Wenn du fern siehst, um die Zeit totzuschlagen, Poker das Loch in deinem Portmonee grösser macht und du vitaminlose Fertiggerichte kaufst, dann macht das wenig Sinn, zumindest in unseren Augen. Oder was meinst du?

Spirituelle Bewegungen, Völkertraditionen, Kampfkünste usw. können Antworten auf die Sinnfrage vermitteln. Durch Respekt, Meditation oder Wahrnehmung können wir zu sinnvollen Tätigkeiten finden und innere Blockaden lösen.

Was hat Permakultur mit Spiritualität zu tun?

Im Prinzip nichts und doch vieles. Es hängt davon ab, aus welcher Perspektive wir Permakultur betrachten und wie wir sie verstehen. Ein Permakulturist hat mal geschrieben, „Das Wichtigste sei, zu beobachten„. In diesem Kontext heisst das: Die Natur zu beobachten und sie zugleich zu verstehen, schärft die Wahrnehmung, bringt eine innere Ruhe (ähnlich wie etwa bei Meditation) und ermöglicht uns, bewusst zu agieren.

Die Permakultur vermittelt universelle Werte des Respekts. Sie verändert weder die Natur, noch den Boden, noch den natürlichen Kreislauf. Sie ist unsere Lehrmeisterin.

Mit dieser Einstellung trägt man der Umwelt automatisch mehr Sorge – und zwar nicht nur im eigenen Garten. Man achtet sich etwa mehr auf Recycling, entfernt sich von der Wegwerfgesellschaft. Das passiert wie von selbst, sobald wir uns für den Weg der Permakultur entscheiden – es ist sozusagen im „Paket“ inbegriffen.

Wie die Spiritualität, begrenzt sich die Permakultur nicht auf unseren Garten: Die Werte werden auch ausserhalb des Gartens umgesetzt. Auch Meditation wird nicht nur in den eigenen vier Wänden praktiziert, sondern in den Alltag mitgenommen und dort umgesetzt.

Vielleicht kannst du jetzt Parallelen ziehen zwischen Permakultur und Spiritualität. Auf jeden Fall: Unser„Guru“ ist Mutter Erde.

Mit der Permakultur Richtung Weltfrieden

Tu etwas Gutes, wo immer du bist. Es sind all die Kleinigkeiten, die zusammen die Welt verändern.
(Desmond Tutu 1931, südafrikanischer Theologe)

Wenn es nachdem Zitat von Desmond Tutu geht, leisten die Permakulturisten einen Beitrag zum Weltfrieden. Und nein, das ist nicht zu hoch gegriffen.

In der Permakultur wird nichts Lebendiges zerstört. Alles bildet eine Einheit und arbeitet mit uns. Der Boden wird zum Beispiel nicht umgewühlt, um ihn zu belüften – das machen die Würmer für uns. Wir behandeln den Boden mit organischem Material und Kompost und verzichten auf Kunstdünger, der den Boden kaputt macht.

Während die konventionelle Landwirtschaft auf die Massenproduktion einzelner Nutzpflanzen schwört, wollen wir bei der Permakultur die Vielfalt fördern. Die konventionelle Landwirtschaft verursacht Schäden und führt etwa dazu, dass nützliche Insekten aussterben. Das bekannteste Beispiel: Die Biene.

In vielen Traditionen und Stämmen rund um die Welt wird die Natur als Heiligtum betrachtet. Der Baum wird bei Indianerstämmen verehrt und Mutter Erde als die Energiequelle des Lebens gesehen. Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido, sah es als Pflicht, die Natur zu schützen und zu bewahren – anderenfalls praktiziere man nur oberflächiges Aikido. Für die Vipassana-Meditation gilt der Grundsatz, die Umwelt zu schützen. Sie sieht Unwissenheit und Gier als Ursachen für die Zerstörung der Natur.

Ob Indianer, Morihei Ueshiba oder Vipassana-Meditation: Sie alle streben nach Frieden sowie die meisten Menschen. Warum sich die Permakultur Richtung Weltfrieden bewegt? Weil sie nicht zerstört, sondern aufbaut. Und das geht nur gemeinsam, wir zusammen mit der Natur.
Peace.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.