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Gleichgültigkeit eines täglichen Mords, Teil 3

Kuh am weinen

Kuh am weinen / Foto: © Denis Vila

Wir enthüllen die Ursache der Gleichgültigkeit

Ein Kalb wird vor seiner Schlachtung über den Boden geschleift. Es hat so lange in einer kleinen Box gelebt, dass es nicht mehr in seinen Tod laufen kann. Hühner legen 300 Eiern pro Jahr und erkranken an Legedarmentzündung, die schreckliche Schmerzen verursacht. Nicht richtig getötete Rinder schreien noch minutenlang vor Schmerz und werden ignoriert.

Der Homo-Oeconomicus lebt in einer schnelllebigen Zeit, in der Selbstreflexion sein kleines, systembezogenes Leben in Fragen stellen würde. Viel bequemer ist es, sich von Mainstream-Medien oder dem lieben Fernsehen berieseln zu lassen. Lieber bevormundet werden, damit man nicht selber denken muss.

Dem Homo-Oeconomicus hat man eingetrichtert, dass Karriere, Geld und Ansehen wichtig sind. Man hat ihm die Ethik des Einheitsdenkens beigebracht. Einmal zu Hause nach einem anstrengenden Tag, wird er sicher nicht noch Gedanken an die Tiere verlieren. Warum auch? „Fleisch essen ist völlig normal, die Fleischherkunft ein unwesentliches Detail und schliesslich habe ich Feierabend, bin müde und möchte mein Steak und mein Bier geniessen“, denkt der Homo-Oeconomicus.

Das Schlimmste daran ist die Unmenschlichkeit, die sich manchmal auch zwischen Menschen offenbart. Seien wir doch ehrlich. Der Mensch tendiert stark zu Egoismus und Gier. Er rennt unbedeutenden Dingen nach. Dadurch ist er erschöpft und sein Leben wird noch armseliger. Zum Glück kann man nicht pauschalisieren: Viele Menschen haben ihr bevormundetes Leben hinterfragt. Immer mehr intelligente Menschen setzen sich für Tiere ein. Es gibt Hoffnung für das Überleben des gesunden Menschenverstands und der Menschlichkeit.

Der Einfluss in unserer Gesellschaft von René Descartes, dem Begründer der modernen Philosophie, hat meiner Meinung nach nicht geholfen, sich dem evolutiven Gedankengut zu widmen. Der Rationalismus als einziger Wahrheitsträger schliesst die Welt der Wahrnehmung ganz aus. Jahrhunderte des kartesianischen Dualismus prägen unseren Alltag bis heute. Das Schwarzweissdenken als Konsequenz des Kartesianismus wird heutzutage oft kritisiert – trotzdem ändert sich scheinbar nichts daran und das kartesianische Denken gilt für viele als einzige Wahrheit.

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Wachtel blutiger Schnabel

Wachtel blutiger Schnabel L214 Éthique & Animaux / CC BY-SA 3.0

Das Prinzip der Dualität

Seit eh und je ist unsere Welt von Dualität geprägt. „Gut oder schlecht“, „männlich oder weiblich“, „oben oder unten“, „stark oder schwach“, „glücklich oder traurig“ – die Liste lässt sich bis ins Unendlichen weiterführen.

In sich ist diese Kenntnis eine gute und essentielle Sache, um am Unterscheidungsvermögen zu arbeiten. Zum Beispiel: „Ich weiss, dass ich ein Mann bin aufgrund meines Geschlechts.“ Oder: „Ich bin glücklich, weil ich meine Prüfung bestanden habe“. Ganz klar: Die meisten Menschen haben keine Mühe mit solchen oberflächlichen Unterscheidungen.

Führen wir den Gedankengang der Dualität einen Schritt weiter. Zum Beispiel: „Töten ist schlecht, leben lassen ist gut.“ Oberflächig betrachtet werden dem die meisten Menschen zustimmen. Aber fügen wir diesem Gedankengang eine Situation hinzu: Ein Bekannter von dir leidet an einem Hirntumor im Endstadium und äussert tagtäglich den Wunsch zu sterben. Ihm dabei zu helfen ist in diesem Kontext legitim. Oder? In vielen Länder ist das Gesetzt sowie die monotheistische Religion dagegen – wer dem Bekannten hilft, landet im Gefängnis.

Noch ein anderes Beispiel: Ich bringe einen Gangster um, der dich umbringen wollte. Dem ist nichts hinzuzufügen, oder?

Diese Beispiele zeigen, dass die Dualität ein subjektives Instrument ist, welches dabei hilft, sich eine objektive Wahrnehmung anzueignen. Voraussetzung ist, dass die Betrachtungsweise über die Oberflächigkeit hinausgeht.

Die philosophische Moralität der Dualität ist, dass sie uns schlussendlich in der Einheit führt.

Glaubensgrundsätze als Manipulation der Massen

Denk man für dich oder denkst du selber?

Auf diese Frage antwortet die Mehrheit mit einer Lüge. Die meisten Menschen funktionieren durch das Rohr des Systems, aber nicht von selbst – und sie wissen es nicht. Das grösste Problem ist nicht, verarscht und manipuliert zu werden. Das kann jedem passieren. Das Problem ist, keine Lehre daraus zu ziehen und weiter blauäugig der höchsten Autorität zu glauben. Das hat weitreichende Konsequenzen.

In der Religion wird das Wort „Glauben“ benutzt, um eine höhere Entität zu zelebrieren oder definieren. In diesem Kontext ist das Wort „Glauben“ richtig am Platz, da wir keine rationale Erklärung liefern können, dass Gott existiert. Wenn man das Wort analysiert, heisst „Glauben“: Ich denke, aber ich bin mir nicht sicher. Wenn ich zum Beispiel sage: „Ich glaube, dass ich es schaffe“ anstelle von „Ich bin überzeugt, dass ich es schaffe“ vermittelt das Wort „glaube“ Unsicherheit.

Genau weil wir nicht selber denken, können wir nur „daran glauben“, aber nicht davon überzeugt sein. Unsere Wahrnehmung ist verschwommen und wir werden vom System bevormundet.

Aus dem „Glauben“ heraus entwickeln wir „Glaubensgrundsätze“. Viele sind bei uns fest verankert und wir stellen sie gar nicht in Frage. Hier paar volkstümliche Glaubensgrundsätze, die langsam nachgeben.

  • Milch stärkt die Knochen. (Viele Menschen wissen mittlerweile, dass das eine Verkaufspropaganda der Milch-Lobby war.)
  • Pestizide anzuwenden ist normal. (Auch hier passiert ein Wandel in den Köpfen, weil viele wissen, dass wir davon krank werden und dass das Gift unser wertvolles Ökosystem zerstört.)
  • Schwarze Afrikaner sind faul. (Das ist ein perfider Glauben, der besagt, dass die Schwarzen selber schuld sind an ihrem Leid. Dabei wurden die meisten Ressourcen in Afrika von den Weissen gestohlen und viele Schwarzen sind harte Arbeiter .)

Mache Glaubensgrundsätze sind so stark verankert, dass Tatsachen trotz neuem Wissen verleugnet werden. Zum Beispiel ein Glaubensgrundsatz, der Mord an Tieren rechtfertigt: „Fleisch ist der einzige richtige Proteinlieferant“. Dieses Glaubensgrundsatz ist tausendmal widerlegt worden. Trotzdem wird er immer wieder genannt.

Fazit

Tiere hatten bei Descartes nie einen hohen Stellenwert. Descartes glaubte, dass Tieren blosse Maschinen ohne Gefühle sind. Durch Experimente am Leib von Tieren hatte Descartes festgestellt, dass Tiere zwar schreien, wenn man ihr etwas antut. Aber er leugnete trotz dieser Erfahrung, dass Tieren Wesen sind, die Schmerz empfinden können. Die Beziehung von Descartes zu Tieren war von Gleichgültigkeit geprägt.

Der Dualismus ist eigentlich ein geniales Instrument, welches uns zu neuen Kenntnissen führen – aber nur, wenn wir NICHT an seinen Gegensätzen festklammern. Die Entwicklung des Geistes hat in unserem Jahrhundert die Betrachtungsweise der Gegensätze in seiner einfachen Form des „Gut oder schlecht“ verändert. Und wir sind erwachsene Menschen, die die Fähigkeit besitzen, umzudenken.

Nächste Woche in Teil 4 von Gleichgültigkeit eines täglichen Mords sehen wir uns an, welchen Einfluss die Massentierhaltung auf die Umwelt hat.

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