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Ein Igelhaus selber bauen

Igelhaus

Igelhaus, © Laurent Lange 2018

Ein Igelhaus kannst du kaufen oder selber bauen. Vor allem mit Kindern zusammen macht es Spass, ein Igelhaus zu bauen. Kinder sind von Igeln fasziniert und werden bestimmt Freude daran haben, selber ein Igelhaus zu bauen.

Der Igel gehört zu den Tieren, die von Aussterben bedroht sind. In Frankreich wurde auf www.change.org eine Petition gestartet, um gefährdete Igel zu retten. Einer Einschätzung nach soll es im Jahr 2025 keine Igel mehr geben.

Helfen wir dem Igel und bieten wir ihm einen Unterschlupf. Jetzt geht es weiter mit dem Bau eines Igelhauses.

Das benötigst du

  • Zwei Weinkisten, mindestens 30 x 30 x 20 cm (L x B x H)
  • Bleistift
  • Meterstab
  • Dachpappe
  • Ein grosser Stein
  • Hammer
  • Nägel
  • Teppichmesser
  • Handschleifer
  • Kleine Säge
  • Kleines Brecheisen
  • Zwei Scharniere
  • Etwas Bio-Leinöl

So baust du ein Igelhaus

  1. Entferne bei einer Weinkiste den Boden sauber mit einem kleinen Brecheisen. Du brauchst diesen Boden später als Dach.
  2. Nun baust du eine Trennwand, in die du ein kreisförmiges Loch mit einem Durchmesser von 10 cm sägst. Dank dieser Trennwand ist der Igel vor Katzen geschützt. Die Trennwand fixierst du in der zweiten Kiste (Wohnkiste) mit Nägeln.
  3. Für den Haupteingang im Aussenbereich machst du ein zweites, kreisförmiges Loch.
  4. Ist die Inneneinrichtung fertig, wird der bereits von der ersten Weinkiste entfernte Boden mit zwei Scharnieren als Dach auf die Wohnkiste montiert.
  5. Dann heftest du die Dachpappe zum Schutz von Feuchtigkeit auf dem Dach an. Darauf kannst du einen grossen Stein legen, damit keine anderen Tiere in das Haus eindringen und das Haus auch bei starkem Wind nicht wegfliegen kann.
  6. Für den Schutz vor Schädlingen und Feuchtigkeit imprägnierst du das Igelhaus mit Leinöl. Entferne zuvor mit einem trockenen Lappen den Schmutz. Dann gibst du auf einen Lappen ein wenig Leinöl und betupfst damit das Igelhaus. Lasse das Igelhaus mindestens einen Tag lang trocknen.
  7. Als Deko können deine Kinder einen Igel auf das Haus zeichnen– oder natürlich auch du selbst.

Dein Igelhaus ist fertig 🙂

Hier gibt’s die Anleitung als Video. Darunter geht’s weiter mit acht wichtigen Infos zum Igelhaus und seine Bewohner.

Wichtige Infos rund ums Igelhaus

  1. Die Einrichtung des Igelhauses

Den inneren Raums des Igelhauses solltest du mit trockenem Laub, Reisig und Stroh auslegen.

  1. Das richtige Futter

Vor Wintereinbruch möchte sich der Igel vollfressen. So kann er in den Winterschlaf eintauchen und den Winter auch überstehen.bIm Prinzip holt er sich sein Futter selbst. Wenn er von einem frühen Wintereinbruch überrascht wird und nicht die Zeit gehabt hat, genügend zu fressen, ist es sinnvoll, ihm zu helfen. Auch wenn er zu früh aus dem Winterschlaf erwacht, kannst du dem Igel Futter geben.

Dem Igel kannst du Weizenkleie, Haferflocken, Katzennassfutter, gekochte und ungewürzte Eier und Hackfleisch geben. Auf keinen Fall solltest du ihm Kuhmilch hinstellen, denn das verursacht Koliken. Ebenfalls verzichten solltest du auf pflanzliche Nahrung. Das natürliche Futter des Igels besteht aus Insekten, deswegen solltest du ihn nur füttern,wenn es wirklich nötig ist.

Eine kleine Schale mit Wasser kannst du ausserhalb des Igelhauses aufstellen. Wechsle regelmässig das Wasser aus – auch im Winter, für den Fall, dass der Igel plötzlich aufwacht.

Übrigens: Mulchen erzeugt Igel-Futter. In Bodenabdeckungen finden Insekten Schutz, die für den Igel wiederum Nahrung sind. Auch deshalb ist Permakultur bestens geeignet für Igel.

  1. Die Pflege des Igelhauses

Wie jedes Haus braucht auch das Igelhaus Pflege. Im Mai (aber nicht vorher) solltest du das Igelhaus reinigen. Dann ist der Winterschlaf des Igels fertig und die Wurfzeit hat noch nicht begonnen.

Das alte Nistmaterial mit den Parasiten entfernst du. Mit heissem Wasser und einer Bürste reinigst du das Haus. Dabei solltest du auf Reinigungsmittel verzichten. Das ist schon alles.

  1. Der Standort des Igelhauses

Stelle das Igelhaus an einen ruhigen, nicht exponierten, wettergeschützen und schattigen Ort. Der Eingang sollte wenn möglich nach Südost (wetterabgewandte Seite) gerichtet sein.

  1. Igel lieben Unordnung

Igel sind scheue Tiere und müssen sich zum Beispiel unter Laub oder hohen Gräsern verstecken können. Ein zu ordentlicher Garten verlockt keinen Igel, sich einzuquartieren. Bei Permakulturisten sollte das kein Problem sein, da wilde Gärtnerei ein Bestandteil der Permakultur ist.

  1. Teiche können für Igel gefährlich sein

Öfter ist in der Permakultur ein Teich zu finden. Das Wasser zieht zwar Insekten an, kann aber für Igel gefährlich sein. Das Igelhaus sollte deshalb auf keinen Fall in unmittelbarer Nähe des Teiches liegen. Wenn du zusätzlich neben das Igelhaus eine kleine Schüssel mit Wasser stellst, wird sich der Igel nicht auf ein Abenteuer zum Teich begeben.

  1. Mach Igel-Schlupflöcher in deinen Zaun

Falls dein Garten oder Land umzäunt ist, kannst du in den Zaun Schlupflöcher von etwa 10 cm machen, damit der Igel nicht stecken bleibt und deinen Garten besuchen und inspizieren kann.

  1. Bitte nicht stören!

Falls dein Igelhaus von einem Igel bewohnt wird, solltest du ihn auf keinen Fall stören: Aus dem Winterschlaf geweckt zu werden, kann bei Igeln einen Schock verursachen, der tödlich sein kann.

Wir hoffen, dass wir mit diesem Beitrag dein Interesse wecken konnten, etwas für den Schutz von Igeln zu tun. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, mit denen wir Menschen Igel schützen können. Mit diesem Artikel wollen wir dir ein paar Möglichkeiten aufzeigen, einen Beitrag zur Rettung des Igels zu leisten.

Vielen Dank, dass du ihn gelesen hast.

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