Totholz und Steinhaufen bringen Leben in den Garten

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Totholz und Steinhaufen bringen Leben in den Garten

Steinhaufen und Totholz

Steinhaufen und Totholz, © Laurent Lange 2021

Beim Spazieren zwischen den Zürcher Schrebergärten ist mir oft aufgefallen, dass viele Gärten sehr ordentlich aussehen. Kaum ein Blatt oder Unkraut gibt es da. Auf mich wirken solche Gärten aber steril, ja langweilig. Es wird dich vermutlich nicht überraschen, wenn ich dir sage, dass sich solche Gärten nicht an Permakultur orientieren.

Wir können unserem Garten Farbe verleihen und ihn attraktiver machen. Und dies lediglich mit Holz, Ästen und Steinen. Ausserdem kannst du so auch die Biodiversität mit wenig Aufwand fördern. Das erfreut nicht nur unzählige Tierarten, die deinen Garten bewohnen werden, sondern ist auch Lebensgrundlage für diverse Pflanzen, Moose und Pilze. Zudem wird dein Boden mit wichtigen Nährstoffen angereicht.

Nun schauen wir uns die einzelnen Elemente an und wie wir die Trockenbiotope anlegen können.

Totholz

 Wir unterscheiden zwischen zwei Sorten Totholz: Das stehende und das liegende Totholz. Beides kommt, wie der Namen es bereit erahnen lässt, von abgestorbenen Bäumen.

Baumstumpf: Stehendes Totholz

 Das stehende Totholz ist noch mit der Erde verwurzelt. Ein Baumstumpf sollte niedrig sein, um Sturzgefahr zu vermeiden. Für die Fällarbeit ist es sinnvoll, einen Spezialisten einzuschalten, damit ein optimaler Baumstumpf entsteht und dir nichts passiert. Baumstumpfe sind oft mit Moos bedeckt und im Herbst von Pilzen umgeben.

Wenn ein Baumstumpf ein einer geeigneten Stelle steht, wo niemand darüber stolpert, kannst du ihn ruhig dort lassen. Du musst gar nichts machen, denn stehendes Holz ist einfach da.

Ausser von Moos und Pilzen wird das Holz unter anderem von Käfern, Wildbienen, Wespen, Ameisen und Mückenlarven bewohnt und besucht. Diese Tiere ernähren sich vom abgestorbenen Material. Vor allem Käfer recyceln das Holz, indem Sie es verspeisen und setzen dann die Nährstoffe des Holzes wieder frei, was zur Erhaltung des natürlichen Kreislaufs unseres Ökosystems beiträgt. Totholzkäfer sind wie auch viele andere Insektenarten vom Aussterben bedroht, und wir brauchen diesen Insekten unbedingt.

Sieh dir bei deinem nächsten Spaziergang im Wald mal an, wie schön ein Baumstumpf sein kann – mit seinem grünen Moosmantel, Farnen, im Herbst mit Pilzen und all seinen Bewohnern. Das Totholz lebt!

Waldpilze

Baumpilze

Äste: Liegendes Totholz

Das liegende Totholz kommt in Form von entwurzelten Bäumen oder in Form von Ästen vor. Einen entwurzelten Baum hast du hoffentlich nicht in deinem Garten, denn dann würdest du gefährlich leben. Entwurzelte Bäume findet man oft im Wald. Du brauchst natürlich keinen ganzen Baum in deinen Garten zu schleppen. Das liegende Totholz, das dich interessiert und das du vom Waldboden mitnehmen kann, sind die Baumäste.

Bei einem Spaziergang im Wald kannst du die herumliegenden Äste einsammeln und diese zum Beispiel in eine schattige Ecken deines Gartens, wo wenig wächst, legen.

Ein Asthaufen bietet Unterschlupf für Igel, Mauswiesel, diverse Insekten und Spinnen. Gerade für Igel-Behausungen empfiehlt es sich, Laubblätter unter die Äste zu mischen. Wenn der Asthaufen an der Sonnen liegt, dann zieht er Eidechsen und Blindschleichen an. Über Blindschleichen freut sich jeder Gärtner, denn diese lieben Nacktschnecken. Am ehesten nisten sich Blindschleichen in deinem Asthaufen ein, wenn dein Garten in der Nähe eines Waldes ist.

Spinne

Holzspinne

Steinhaufen

Steinhaufen sind sehr einfach zu machen. Einen Haufen Steine an einen sonnigen Platz legen, und schon hast du dein Biotop. Dabei solltest du Lesesteine bevorzugen. Steinhaufen bieten Schutz gegen Sonne und Frost und sind ein Rückzugsort für Tiere wie Eidechsen, Wildbienen und Spinnen. Ja, Spinnen! Spinnen leisten wertvolle Aufgaben für das Ökosystem. Sie ernähren sich von verschiedenen Schädlingen und halten lästige Mücken in Schach.

Wenn deinen Steinhaufen an im Schatten liegt, werden ihn vor allem Frösche, Molche, Käfer und diverse Insekten besiedeln. Auch Frösche sind wertvolle Verbündete gegen Nacktschnecken.

Waldkäfer

Waldkäfer

Fazit

Wenn du dich entschlossen hast, ein Trockenbiotop in deinem Garten anzulegen, gratulieren wir dir. Mit einfachen Mitteln ermöglichst du der Biodiversität, sich in deinem Garten zu entfalten. Zudem wirkt dein Garten durch das Biotop interessanter. Und dass du tausenden Bewohnern ein Zuhause anbietest, wird sich automatisch positiv auf deinen Garten auswirken. Und natürlich tust du etwas Wertvolles für unser bedrohtes Ökosystem.

 

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