Waldgarten: Was ist das und welche Vorteile hat er?  

Hermelin mit Maus
Wühlmäuse: 2 Methoden, sie loszuwerden
25. September 2018
Junge Sträucher
Die Wildhecke: Eine Rückzugsmöglichkeit für viele Tiere
9. Oktober 2018

Waldgarten: Was ist das und welche Vorteile hat er?  

Waldgartenstreifen in der "Bio-Gärtnerei Birchhof"

Waldgartenstreifen in der "Bio-Gärtnerei Birchhof", © Laurent Lange 2018

Der Waldgarten ist eine der natürlichsten und sinnvollsten Kultivierungsmethoden. Der Wald an sich ist ein sehr starkes Element, das viel Energie freigibt. In der konventionellen Landwirtschaft geht viel Energie verloren durch Pflügen und Unkraut entfernen. Dadurch verhindert man im Prinzip, dass ein Wald entsteht. Wenn man ein Ackerfeld 20 Jahren lang nicht mehr bearbeitet, wird es zu Wald. Es ist klüger mit der Natur statt gegen sie zu arbeiten.

Wichtig zu wissen: Ein Waldgarten ist ein langfristiges Projekt und erfordert viel Geduld. Am Anfang fällt der Ertrag gering aus, bis er grösser wird, vergehen mehrere Jahre.

Die Vorteile eines Waldgartens

Hört man die Vorteile, hat man meist die Tendenz, hellhörig zu werden oder sogar was Neues auszuprobieren. Hier also ein paar Vorteile des Waldgartens:

  • Der Waldgarten ist ein ökologisches System.
  • Der Waldgarten ist weniger aufwendig als die konventionelle Landwirtschaft.
  • Man muss nicht düngen – der Waldboden ist reich genug – und es gibt keinen Nährstoffmangel.
  • Der Waldgarten sieht schöner aus und ist lebendiger als Monokultur-Felder.
  • Der Boden wird nicht ausgelaugt.
  • Kein Verschmutzung und eine gesunde Umgebung.
  • Es entstehen langfristig ertragreiche und hochwertige Nahrungsmittel.
  • Die Artenvielfalt kann sich entfalten.
  • Durch optimale, dreidimensionale Flächennutzung und vertikale Arbeit wird mehr Ertrag auf kleinerer Fläche produziert, als dies bei Monokulturen der Fall ist.
  • Erosion und Austrocknung des Bodens gibt es nicht.
  • Der Waldgarten ist eine kreative und lehrreiche Garten-Methode, die Freude bereitet.
  • Ein Wald schützt und produziert Wärme, die ermöglicht, über längere Zeit zu ernten und somit auch mehr Ertrag zu bekommen als dies auf einem nackten Ackerland der Fall wäre.

Die obenstehende Liste haben wir spontan niedergeschrieben, aber eigentlich hat ein Waldgarten noch viel mehr Vorteile zu bieten. Ein Waldgarten birgt viele Überraschungen, so dass du manchmal nur staunen kannst, was entstanden ist.

Wie anfangen?  

Zuerst beobachtest du und machst ein Design der Fläche, wo du Folgendes berücksichtigst: Die Ausrichtung, der Abhang, die Bodenart, die vorherrschenden Windrichtungen, der Winkel der Sonneneinstrahlunge, das lokale Klima und die Fauna.

Die sieben Vegetationsschichten des Waldgartens

Der Waldgarten ist ein dreidimensionales System mit sieben vegetationsschichten.

  1. Hochstämme, die volle Sonne benötigen (z.B. Waldnüsse, Pinien oder Eichenbäume)
  1. Halb- und Niederstämme, die Halbschatten ertragen (z.B. Holunder, Äpfel oder Kirschbäume)
  1. Strauchschicht, die Sonne und wenig Feuchtigkeit brauchen (z.B. Beeren)
  1. Gemüse- und Kräuterschicht (z.B. Rhabarber, Rosmarin, Liebstöckel und Beinwell)
  1. Rhizome und Humusschicht, die meisten Pflanzen wachsen am Schatten (z.B. Topinambur, Süsskartoffel oder Meerrettich)
  1. Bodendecker: Kriechende Pflanzen (z.B. Thymian, Minze oder Bärlauch)
  1. Vertikale Schicht: Kletterpflanzen (z.B. Kiwis, Rebe oder Hopfen)

Fazit

In vielerlei Hinsicht ist ein Waldgarten anzulegen eine nützliche Sache. Vergiss nicht, ein Waldgarten wird nicht von heute auf morgen entstehen. Sei geduldig denn eines Tages… 😉

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.