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Setzling in den Händen halten

Setzling in den Händen halten, 2021 © Laurent Lange

Die Zeit der Aussaat finden wir die aufregendste Zeit des Jahres. Einen Samen zu säen ist wie eine magische Handlung. Wir behandeln unsere Aussaat sorgfältig. Tag für Tag giessen wir sie – in der Hoffnung, bald eine kleine Pflanze, die aus der Erde spriesst, beobachten zu können. Sobald dies nämlich passiert, können wir ihr ganzes Wachstum bis zur Ernte geniessen.

Innenaussaat und Aussenaussaat – beide tauglich für die Permakultur?

Es gibt zwei Arten von Aussaat: die Innenaussaat und die Aussenaussaat. Die Aussenaussaat ist wohl die natürlichste Art. Die Samen können sich draussen frei entwickeln, ohne zwischendurch die Umgebung zu wechseln. Auch das Pikieren fällt aus, was für die Pflanzen immer eine Belastung ist.
Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten sind wir in der Schweiz jedoch recht eingeschränkt.
Wir persönlich finden, dass Innenaussaat nicht inkompatibel ist mit Permakultur. Wir finden keinen Widerspruch – solange wir Werte integrieren wie Respekt der Natur, chemiefreies Arbeiten, Mulchen, achtsame Bodenbehandlung, Wiederverwertung des Materials.

Innenaussaat-Techniken

Unter Innenaussaat versteht man Aussaat, die man zu Hause macht oder in einem Gewächshaus.
Die Innenaussaat hat folgende Vorteile:
– Du kannst deine Setzlinge auch ziehen, wenn es draussen noch zu kalt ist.
– Die Gefahr, dass deine Setzlinge von Schnecken gefressen werden, ist weitgehend behoben.
– Bei Gemüse wie etwa Aubergine oder Nelkenpfeffer kommst du früher in den Genuss der Ernte.
– Du kannst auch exotische Pflanzen säen, was im Freiland kaum oder gar nicht möglich ist.

Die Aussaatschalen-Technik

Setzlinge in einer Aussaatschale

Die Aussaatschalen-Technik ist geeignet, wenn du viele Samen aussähen möchtest. Aussaatschalen sind aufgeteilt in bis zu 40 Zellen – je nach Grösse. Sie eignen sich für viele Pflanzensorten.
Optimal ist, einen grossen Samen pro Zelle anzulegen. Die Setzlinge kannst du später mit einem Kaffeelöffel herausnehmen, um ihre Wurzeln nicht zu verletzen. Pikieren ist notwendig.
Achtung: Es besteht die Gefahr des Austrocknens, weil wenig Aussaaterde vorhanden ist. Beobachte deine künftigen Pflänzchen also gut.

Die Aussaattöpfchen-Technik

Aussaattöpfchen mit drei Gurken-Sämlingen

Aussaattöpfchen brauchen mehr Platz als Aussaatschalen. Dafür kannst du auch Samen anlegen, die mehr Platz brauchen – etwa Tomaten, Zucchini oder Gurken. Ein Aussaattöpfchen reicht für drei bis vier grosse oder vier bis sieben kleine Samen. So ist die Chance für das Keimen grösser. Das Pikieren fällt aus und wird dann direkt ins Freien eingesetzt . Die Gefahr des Austrocknens ist geringer, weil die Töpfchen tiefer sind als Aussaatschalen.

 Die Aussaatterrinen-Technik

Setzlinge in einer Aussaatterrine

Aussaatterrinen brauchen weniger Platz und Erde als Aussaattöpfchen. Du kannst kleine oder grosse Samen verwenden. Du solltest nicht zu viele Samen verwenden und darauf achten, dass du sie nicht zu tief unter die Erde setzt. Die Aussaatterrine eignet sich hervorragend für kälteempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Basilikum oder Auberginen sowie für Pflanzen, die pikiert werden müssen. Die Aussaatterrinen-Technik verspricht stärkere Wurzeln, da die Setzlinge sich gut ausbreiten können und tiefer in der Erde sitzen. In Aussaatterrinen musst du allerdings pikieren – das bedeutet mehr Aufwand.

Die Aussaatplastikflaschen-Technik

Sämlinge in einer Pet-Flasche

Die Aussaat in Plastikflaschen ist eine bewährte Methode, um kräftige Setzlinge zu bekommen. Das nimmt natürlich Platz in Anspruch. Weil die Plastikflaschen durchsichtig sind, können die Setzlinge genügend Licht aufnehmen, um zu wachsen. Tomaten, Zucchini oder Melonen gedeihen mit dieser Methode gut. Am besten ist es, einen Samen pro Flasche zu säen. Später füllst du immer wieder Erde nach, je nach Stand des Wachstums deiner Pflanzen. Da die Setzlinge richtig gross werden, ist das Pikieren überflüssig.

Ach ja: Nimm, wenn es geht, eine Öko-Petflasche. Ja das gibt! Guck mal hier: Erste Biobasierte Kunststoffflasche in Deutschland

Aussenaussaat-Techniken

Wie der Name schon verrät, passiert die Aussaat bei diesen Techniken im Freien. Sie sind ausschliesslich für nicht kälteempfindliche Pflanzen geeignet.

Die Vorteile von Aussenaussaat-Techniken:
• Du brauchst nicht zu pikieren, die Pflanzen bleiben da, wo sie sind.
• Die Pflanzen wachsen auf natürliche Weise.
• Du hast weniger Aufwand, da du schon am richtigen Ort sähst.

Die Direktsaat-Technik

Direktsaat mit einem Bohnensamen

Du legst deine Samen direkt auf dem Boden unter dem Mulch. Der Mulch darf dafür nicht zu hoch sein (maximal 5 cm), damit Licht an die Samen kommt. Durch den Mulch sind deine Samen vor dem Austrocknen und vor Vögeln geschützt.
Den Boden bearbeitest du selbstverständlich nicht. So förderst du die Bio-Diversität, die Aktivität von Würmern und schützt vor Bodenerosion. Lass genug Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen, damit sie gut wachsen können.

Die Breitsaat-Technik

Breitsaat mit kleinen Samen

Bei der Breitsaat verteilst du deine Samen auf die ganze Fläche deines Saatbeets.

Vielleicht denkst du jetzt an Rasen. Aber diese Technik eignet sich nicht nur, um Rasen zu säen. Wir haben alle unsere Salatsamen-Reste vom letzten Jahr gesammelt und mit dieser Technik gesät. Das geht problemlos, denn alle Salatsorten vertragen sich.

Die Technik eignet sich für kleine Samen, die du mit etwas Sand vermischst und gleichmässig auf deinem Saatbeet zerstreust. Danach giesst du es mit Wasser und die Samen dringen in dem Mulch hinein.

Die Dibbelsaat-Technik

Dippelbrett Löcher um Samen einzupflanzen

Mit der Dibbelsaat-Technik säst du mehrere Samen an einer Stelle mit gleichmässigen Abständen.

Für diese Technik benötigst du ein Dibbelbrett. Den Mulch musst du vorläufig entfernen. Mit dem Dibbelbrett machst du Löcher in die Erde. Dann legst du in jedes Loch mehrere Samen und deckst die Löcher mit Erde ab. Nun verteilst du wieder den Mulch über der Erde.

Diese Technik eignet sich für Pflanzen mit geringer Keimfähigkeit oder für solche, die viel Platz benötigen.

Hast du kein Dibbelbrett? Wir zeigen dir im Video, wie du sowas machen kannst. Ist recht einfach!

Die Samenbombe-Technik

Die Samenbombe ist zurückzuführen an dem Permakultur-Meister Masanobu Fukuoka, der die Technik nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte. Auch Guerilla-Gärtner wenden die Methode an.

Eine Samenbombe ist kugelförmig und beinhaltet Lehm, Erde, Wasser und Samen. Durch die Trägermasse sind die Samen vor Vögeln und anderen Tieren geschützt. Man wirft sie einfach an den gewünschten Ort. Sobald es regnet, verschmilzt der Lehm und die Samen keimen.

Fazit

Ich hoffe, wir konnten dir helfen bei der Entscheidung, welche Methode du nutzen willst. Wir haben unsere Lieblingsmethoden erwähnt. Welches sind deine? Teile deine Erfahrungen mit uns. Wir freuen uns – und unsere Leser natürlich auch.

Video

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